Haven
All For A Reason
(Virgin)

Haven, die Zweite. Nach dem Debüt Between The Senses aus dem Jahr 2002 geben sich die Boys aus Manchester nun die Ehre mit All For A Reason die Fahne des Britpop hochzuhalten. Galten Gary Briggs & Co schnell als die neuen The Smith oder Suede und wurden gar mit Travis verglichen, zeigt nun das aktuelle Album wie schwer es sein kann solch Bürde zu tragen und Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Wie auf dem Vorgänger beherrscht Sänger Briggs die Songs und verfügt über erstaunliche Wandlungsfähigkeit, was die Musik gekonnt zwischen schlichter Eleganz und bombastischen Produktionen wechseln läßt. Wieder bewegen sich die zehn Kompositionen zwischen Depression und himmelhoch jauchzenden Melodien – dennoch allein die Innovation läßt sich schwer ausmachen. Auch wenn Johnny Marr wieder als Produzent verantwortlich zeichnet und bei zwei Songs als Co-Autor aufscheint, fehlt Haven noch die charismatische Ausstrahlung seines Smith-Kollegen Morrissey. Hier scheint der Knoten, den es dieser überdurchschnittlichen und talentierten Band durch intensivere Individualität auf den nächsten Alben zu lösen gilt. Die Grundlage, nämlich ein schon jetzt solider Wiedererkennungswert, sollte dabei die Aufgabe erleichtern.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.