Oma Hans
Peggy
(Schiffen)


Nein, es ist nicht alles unerträglich hornbebrillt was aus da Hamburg kommt. Doch die Luft wird dünn im hohen Norden, denn nach dem überraschenden Tod von Volker "Sittich" Neumann im Oktober letzten Jahres, obliegt es - wieder einmal - Jens Rachut, den Karren ganz alleine aus dem Dreck zu ziehen.

Doch dafür ist er schließlich da, der wütende alte Mann mit der Pappkrone. Immer schon. Ob mit Angeschissen, Dackelblut, Blumen
am Arsch der Hölle, Kommando Sonne-nmilch oder Oma Hans - er ist da um uns zu zweigen wie es wirklich aussieht, da draußen in der Welt. Und Baby ich sage dir, es ist kein schöner Ort.

"Der Mob fing an zu toben, die neuen Bosse waren da - sie versprachen alles mögliche, der Pöbel schrie ganz laut... Hurra!" - hier wird einem dreißig Minuten lang die Meinung gegeigt, dass es nur so eine Freude. Und wer dazu Deutschpunk sagt, glaubt auch noch an die Chaostage.

"Mit Vollgas in die nächste Scheiße rein", "Rumpelstilzchen tanzt jetzt mit neuem Namen, durch die Indie-Charts und versteckt sich da", "Gesichter fehlen, eure Ärsche sind vergeben, an die Radios und den ganzen Magazinen." 13x die reine Lehre und noch mehr.

Das soll weh tun, hat keinerlei Pop-Appeal und will schon gar nicht abgefeiert werden. Wo Kettcar "Landungsbrücken raus" fordern, sagen Oma Hans einfach nur "Sprengen!". Und haben natürlich recht damit. Wie immer.

Nicolas Ossberger