Bernard Allison
Storms Of Life
(Tone-Cool/Cooking Vinyl)

Aus dem Schatten seines verstorbenen Vaters, Luther Allison, ist Bernard Allison längst getreten. Weniger die nach Chicago emigrierten Blues-Heroen vergangener Tage, als Idole der Neuzeit wie Jimi Hendrix oder Stevie Ray Vaughan haben Vorbildfunktion für den vielseitigen Bluesrock-Virtuosen. So finden Einflüsse aus Soul, Funk und Reggae ebenso wie hin und wieder eine akustische Gitarre den Weg in seine Musik. Die daraus folgende Polarisierung teilt die Kritiker in zwei Lager. Den einen ist sein Sound zu modern und kommerziell, die anderen feiern ihn als Künstler, der dem Blues neue Impulse zu geben vermag. Dieser Ambivalenz wird auch Storms Of Life gerecht. Einem instrumentalen Opener, „Slip Slidin‘„, folgt der Titletrack als eine Mischung aus Pop, Blues und Soul. Da auf dem Album außer zwei Slide-Nummern nur Coverversionen zu finden sind, ist dem Stilmix Tür und Tor geöffnet. Der reicht dann auch vom Reggae eines Rico McFarland und seinem „Just Do Me Any Way You Want“ und Mark Knopflers Midtempo-Rock „I Think I Love You Too Much“ über Johnny Winters rockenden „Mean Town Blues“ bis zum relaxten Malone-Blues Finale „Goodbye Little Girl“. Die dazwischen liegenden Interpretationen von ZZ Tops „I Wanna Drive You Home“ und eine groovende Reminiszenz, „Reaching Out“, an Vater Luther gehören zu den Highlights eines grandiosen Albums, das trotz aller Disziplin nie die Freude am Blues vermissen läßt.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.