Porcupine Tree
In Absentia
(Warner/Eastwest)

Mit dem Wechsel zum Majorlabel sollte nun auch der wohlverdiente Popularitätsschub ein ernsthaftes Thema für Steve Wilson und seine Crew werden. Schafften es die vier Briten schon auf dem Milleniumswerk Lightbulb Sun mit straighten Rock-Beats die eher nebulösen Songstrukturen der Frühwerke hinter sich zu lassen, stellt In Absentia einen Meilenstein in Sachen Progressive/Psychedelic-Rock dar. Gesangsarrangements, die an den Acid-Sound eines frühen David Crosby erinnern, kombinieren mit Yes und King Crimson Einflüssen, ohne jedoch in deren instrumentalen Endlosausflügen zu enden. Sogar Kurzvisiten bei den stets unerreichbaren Pink Floyd überstehen Porcupine Tree ohne ernsthaften Schaden oder andere Peinlichkeiten zu erleiden. Viel zu ausgeprägt ist die stilistische Individualität des Albums dessen Songs von eigenwilligen Stil-und Rhythmuswechseln zwischen unerwarteten Eruptionen und meditativer Ruhe, aber auch durch krude Gitarrenriffs und so manche Dissonanzen geprägt sind. Laute und leise Stellen erzeugen in präzis geplanten Klangmonumenten dramaturgische Momente, die weniger pompös jedoch dafür um so dynamischer die Komplexität von In Absentia ausmachen. Für all jene, denen fast 70 Minuten grandioser, atmosphärisch dichter Sound zu wenig sind, bietet der Bonusteil dieser Doppel-CD nochmal eine weitere Viertelstunde Klanggenuß um als Appetitanreger schon Lust auf mehr zu machen.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.