Saga
Marathon
(Steamhammer/SPV)

Ob nun kryptisch oder nicht, „nomen est omen“, und Marathon ist das ultimative Geschenk, das sich die Prog-Rock Kanadier zum 25jährigen Jubiläum machen. Mit ihrer Mischung aus Synthie-Klängen und Rock haben Saga zwar den Sound nicht neu erfunden, gehören aber sicherlich zum bodenständigsten dieses Genres. Nach einer durch Personalrochaden bedingten Durststrecke Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre entsteigt die Band mit dem Double Live Album Detours (1998) dem Tal der Tränen und kann mit neuer, alter Besetzung vergangene Glanzzeiten wiederbeleben. Die hier dokumentierte 97er European Tour sieht das Ur Line-up Michael Sadler (voc.), Jim Chrichton (bass, keys), Ian Chrichton (guit.), Jim Gilmour (keys & voc.) sowie Steve Negus (drums) fusioniert und knüpft nahtlos an große Konzertereignisse von 1980, wo man im Vorprogramm von Styx besonders die Herzen der Fans im deutschsprachigen Raum eroberte, an. Wieder im klassischen Keyboard-Rock folgen die Studioproduktionen Full Circle (1999) und House Of Cards (2001). Die belebende Rhythmik der Songs erinnert dank ihrer dramaturgischen Konstruktion an die Frühphase des Ensembles und hat mit dem kompakten Marathon nun einen würdigen, aktuellen Höhepunkt gefunden, der wohl nur noch durch ein erneutes Live-Werk zu toppen wäre.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.