Ween
God Ween Satan – The Oneness
(Restless/Ryko/Zomba)

Als die falschen Brüder Dean und Gene Ween 1986 im Vorprogramm der Butthole Surfers ihren ersten Club-Gig geben, ahnt wohl kaum jemand welch künstlerisches Potential hier noch zutage kommen wird. Nur mit Stimme, Gitarre, sowie einem Cassetten Deck samt Schlagzeug und Bass auf Tape ausgerüstet, legen die Boys aus New Jersey den Grundstein für eine Karriere, deren Höhepunkt noch längst nicht erreicht scheint.
Die Reissue des bewußt zum größten Teil in Lo-Fi produzierten Debüts God Ween Satan - The Oneness aus dem Jahr 1990 zeigt nach gesetzteren Werken wie z.B. das in Bandstärke eingespielte 2000er White Pepper die wilde Seite des Spinner-Duos. Auf dem Wahnsinns-Trip mit ihrer Hausgottheit Boognish sprengen die Sound-Monster alle musikalischen Ketten und jagen gnadenlos durch unbegrenzte Tonlandschaften von Beefheart-Core, coolem Jazz, Punk-Rock, Reggae und P-Funk, um immer wieder zum Ausgangspunkt der Experimental Mystery Tour, nämlich purem Art-Noise zurückzukehren.
Mit der glänzend bewältigten Herausforderung die 29 Chaos-Nummern in eine kunstvoll arrangierte Form zu gießen zeigt Henry Rollins Bassist Andrew Weiss produktionstechnisches Fingerspitzengefühl und es gelingt damit die Metamorphose von uferloser Außenseitermusik zu einem komprimierten Beitrag herausragenden Mainstream-Undergrounds.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.