Helge Schneider
Füttern Verboten!
(Roof / Universall)


Die Themen heute Abend: Tiere, Menschen, Musik, Kartoffeln, Technik, Physik, Tod, alles Mögliche. Es gibt im deutschsprachigen Raum wohl nur einen einzigen Entertainer, der es sich, ohne dabei Gefahr zu laufen in die Comedyhölle abzudriften, erlauben darf, mit Abführmittel gefütterte Nashörner, Prinz Charles Vorabbeerdigung in Bochum und Roger Whitakers Comeback-Gründe zum Programm zu machen.

"Füttern Verboten!" bietet Helge Schneider in Höchstform, live in der Westfalenhalle in Dortmund. Sein neues Programm führt den Mühlheimer zurück an den Anfang, als er für einen Tag als Tierpfleger im Zoo anheuerte, um sich sein Studium zu finanzieren. Eine Erfahrung von der heute vor allem seine Fans profitieren, denn wer weiß ob die Stücke "Zoo", "Vorstellung der Tiere" und "Zoolied" sonst je das Licht der Welt erblickt hätten.

Wie immer wandelt der Meister kontinuierlich an der Grenze zum Wahnsinn, doch nach Jahren des Zusammenwirkens hat sich die Symbiose zwischen Schneider und seinem Publikum längst zu solch einer festen Einheit entwickelt, dass selbst der ein oder andere rare Ausrutscher mit Wohlwollen bedacht wird.

Ob als Priester in einer hallgeschwängerten Kathedrale, Erzgebirge-Männchen-Schnitzer mit Blues im Blut oder, wie beim heimlichen Höhepunkt "(Und da stehen sie wieder in Zweierreihen vor der) Pommesbude (Und warten auf das, was ihnen gebührt)", wütender Protestsänger - Schneider zieht auf "Füttern Verboten!" wieder sämtliche Register, weshalb das Album für jeden Helge-Fan eine weitere sichere Bank darstellt.

Nicolas Ossberger