Paradise Lost
dto.
(G.U.N./BMG)


Paradise Lost haben im Laufe der letzten siebzehn Jahre ihr Hörerklientel nicht erst einmal mit soundtechnischen 180°-Wendungen je nach Gusto überrascht, begeistert und verärgert. Das selbstbetitelte zehnte Album der Briten wird diesbezüglich wohl kaum eine Ausnahme machen.

Für den Moment vorbei scheinen die Zeiten, als die Band noch mit Begeisterung die hauseigenen Gitarren-Amps gegen die Synths des Herrn Fulber, der nichtsdestotrotz auch diesmal wieder an den Reglern saß, eintäuschte. Rückbesinnung auf alte Stärken nennt das der Waschzettel, zahnlose Schadensbegrenzung der Rezensent.

Mit Paradise Lost zu "Host"-Zeiten hat dieses Album demnach nur noch Nick Holmes Stimme gemein und auch wenn dies eigentlich ein Grund zum Feiern sein sollte, wirkliche Begeisterung will hier dennoch nicht aufkommen. Handzahm rocken die Tracks vor sich hin, zu gitarrenlastig um das Elektroklientel bei der Stange zu halten, zu glatt um Fans der ersten Stunden wieder zu versöhnen.

Songs wie "Forever After" oder "All Leave Behind" mangelt es zwar durchaus nicht an eingängigen Melodien, echte Überflieger sucht man auf "Paradise Lost" jedoch vergeblich. Ihre Ankündigung wieder die härtere Gangart auszupacken sind die Herr Holmes und Mackintosh demnach treu geblieben, wer sich hier jedoch ein zweites "Icon", "Shades of God" oder gar "Gothic" erhofft hat, sollte die eigenen Erwartungen besser nicht zu hoch schrauben.


Nicolas Ossberger