Siddharta
Rh-
(KD Finis Mundi/Edel)


Wo Siddharta draufsteht, da war bis dato in der Regel Hermann Hesse drin. Das könnte sich in den nächsten Monaten jedoch schlagartig ändern, zumindest dann, wenn der Businessplan des gleichnamigen slowenischen Rock-Outings aufgeht.

Die Zielsetzung der 1995 gegründeten Gruppe scheint jedenfalls klar zu sein. Nachdem man in der Heimat de facto alles erreicht hat was zu erreichen war (volle Stadion, Verkaufsrekorde, Awards noch und nöcher), gilt es nun den internationalen Markt zu erobern.

Bewerkstelligt soll dies mit Hilfe des in englischer Sprache neu eingespielten Werks "Rh-" werden, einem sauber produzierten Hybrid aus Goth-Rock, Streicher-Metal und folkloristischen Elementen. Ein Sound, der sich mit Fortdauer der Spielzeit als zweischneidiges Schwert erweißt.

Denn obwohl Siddharta zweifelsohne über ein großes Gespür für eingängige Gassenhauer verfügen, verdichten sich spätestens bei Track #7, wo Sänger Tomi B. ein wenig gar auffällig den Serj Tankian raushängen lässt, die Indizien, dass hier versucht wurde es ja möglichst allen Recht zu machen.

Was dem Album zwar, trotz seines unbestreitbaren Hit-Potentials, ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt, Menschen die sich mit Subway To Sallys "Herzblut" anfreunden konnten jedoch nicht davon abhalten sollte hier ein Ohr zu riskieren.

Nicolas Ossberger