The Kills
No Wow
(Domino/Edel)


Der Titel trügt. An "Wow!"-Momenten mangelt es dem zweiten The Kills Album nämlich wahrlich nicht. Schon der einleitende Titeltrack zieht einem die Kinnlade gleich einmal solide Richtung abwärts, der Simplizität des Rock-Grooves wurde nämlich seit "The Hardest Button to Button" kein feineres Denkmal mehr gesetzt.

Oder die erste Single "The Good Ones". Drumloop, Distorsion, zweistimmiger Gesang. Mehr benötigen The Kills augenscheinlich nicht um den Sound ihrer musikalischen Vorbilder Suicide, Velvet Underground und Sonic Youth ins Jahr 2005 zu transportieren.

Woran auch immer es liegen mag, dass sich VV (Alison Mosshart) und Hotel (Jamie Hince) auf "No Wow" deutlich weniger in sich gekehrt geben als noch zu "Keep On Your Mean Side"-Zeiten, es entpuppt sich über die volle Distanz als die richtige Entscheidung.

Die Songs sind insgesamt langsamer ausgefallen und auch die in Sachen Melodramatik etwas übermotiviert wirkende Stilisierung des Debüts ist einer wesentlich anmutigeren, wenn auch nicht zwangsläufig weniger aufgesetzt wirkenderen, NYC-Coolness gewichen.

Nicolas Ossberger