MADRUGADA
The Nightly Disease
(Virgin)

Norway Nach einem mehr als bemerkenswerten Debüt legen die norwegischen Shooting Stars noch einen drauf, entdecken den Blues und machen alles richtig Vom Vorgänger "Industrial Silence" waren wir alle begeistert. Tolle Songs, coole Inszenierung, irgendwie so als ob Police doch eine durch und durch saugute Band gewesen wären. Der Nachfolger läßt uns erst recht staunen. Hier hat eine Verwandlung stattgefunden, ohne deshalb auf bewährte Qualitäten zu verzichten. Die Norweger lehnen sich hier mehr in Richtung (Rhythm'n')Blues, und zwar in einer dramatischen, im guten Sinne theatralischen Weise, die am ehesten mit entsprechenden Errungenschaften von Bands wie Crime & The City Solution vergleichbar ist, aber auch so vergessene Bands wie Lubricated Goat fallen mir ein. Jedoch frei von 80er-Jahre-Pathosschleimerei, dafür souverän und überlegen im Hier und Jetzt, wenn auch mit in Schmieröl gebadeter Kehle und wie vom Olymp abgefeuerten Gitarrenschweinereien. Jeder Song ein Ereignis, eine Tragödie von shakespearschen Dimensionen (Songlängen zwischen vier und neun Minuten). Noch mehr als beim Einstand gilt (und an dieser Stelle wiederhole ich mich gerne): Diese Band weiß, dass sie etwas Besonderes ist. (chd) 9

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.