Experimental Pop Band
The Track Suit Trilogy
(Virgin)

Wie sich die Bilder gleichen. Schon einmal waren da Musiker mit der Vorgabe die Werte der Rockmusik neu zu definieren unterwegs. Es geschah um das Jahr 1966/67, man nannte sich West Coast Pop Art Experimental Band, und das Ergebnis der sogenannte Acid-Rock wurde zum Geheimtipp von Underground- und Hippiescene der amerikanischen Westküste. Heute wie damals schöne Melodien, kompetente aber konventionelle Songs mit existentialistischen Klang- und Wortexkursionen.
"Bang Bang You’re Dead", klare Worte mit denen uns Davey Woodward gleich zu Beginn sagt wo es lang geht. Oder? Nein, der Rest wird dann doch viel sympathischer. Eingeleitet von einem Trommelwirbel folgen 13 Tracks, die wie eben schon der Name sagt Gitarrenpop zum Experimentierfeld werden lassen. Und wenn man das so brillant macht wie das Quartett aus dem englischen Bristol, ist es auch durchaus legitim. So bietet deren drittes Album eine kunstvolle Mischung aus Brit-Pop und Punk-Rock, mal fröhlich beschwingt dann wieder nachdenklich sentimental. Daß man musikalisch was drauf hat beweist der gekonnte Einsatz von Jazz-Elementen oder Bläser Samples, die mit TripHop-Beats, Freestyle-Electronic und auch schon mal exotischer Sitar-Flötenuntermalung abwechseln. Bleibt nur zu hoffen, daß der EP Band eine längere Zeit konstruktiven Schaffens beschert wird als ihren amerikanischen (fast) Namensbrüdern, die es als gemeinsame Band immerhin auf vier Alben in knapp zwei Jahren brachten.
(space cap)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.