Psi Transformer
Art is a division of pain
(Kanzleramt).

Die Überraschung des Monats: Anthony Rother, hierzulande bekannt durch einen der fadesten aller Debüt-Elektro-Longplayer ("Simulationszeitalter": zu langsam, zu uninspiriert, zu simpel kraftwerkisch -> einziger Lichtblick die gleichnamige Maxi-Auskopplung), dieser Anthony Rother also ging zu Heiko Laux ins Studio, um ein bißchen Nachhilfeunterricht in Sachen Sounddesign zu nehmen. Herausgekommen ist eine der fruchtbarsten Kollaborationen und ein ganz tolles Album. Minimal, hypnotisch, pulsierende Backgounds, monotone, sterile frontbeats und doch alles auch irgendwie luftig. Ist das jetzt eigentlich Retro oder nicht? Erinnern wir uns wirklich nur rein zufällig an den IDM der frühen 90er?

Wahr ist vielmehr: Psi Transformer spielen mit den unterschiedlichen Genres wie ein Kind mit Bausteinen. Ohne Heiko Laux' Produktionsgenie wäre aus Rothers Ideen wohl nur ein seichtes zweites Elektro-Album geworden, und ohne Anthony Rother hätte Heiko wohl noch eine Technoscheibe hingelegt. 13 Tracks durchmessen die Silberscheibe und warum diese als Jahreszahlen am Cover angeführt sind, sei dahingestellt. Bloßes Durchnummerieren hätte auch genügt, also von 1-13! Aber noch die Geburtsjahre der Eltern(?) oder Freunde (?) dazu, na egal, das Cover ist sowieso nicht besonders.

Manche Phasen erinnern schon sehr an die Helden alten Tage, Aphex, Blackdog, und so weiter aber doch moderner produziert, Post-autechremäßig sozusagen – höre ich da eine 808 Hi-Hat? Besondere Empfehlung!
(ernstl)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.