Aqualung
Aqualung
(WEA)

Sanfte, nebelverhangen dahindriftende Töne, zuletzt eine Domäne der eisigen Nordlichter Skandinaviens von This Empty Flow bis Ai Phoenix finden wir im fragilen Sound der Ein-Mann-Band von Matt Hales aus Southampton. Stille statt Elektronik, die verträumten Piano-Klängen, verhaltenem Gitarren- oder Harfenanschlag und einem zerbrechlich wirkenden Gesang den nötigen Raum zur Entfaltung läßt. Eine kleine Unterwassermusik als Verweigerung gegen Lärm und Unruhe apokalyptischer Zeiten. Wen wundert da das Pseudonym Aqualung, eines Mannes, der schon im Alter von 17 Jahren eine Symphonie schreibt und auf Konservatorium und Kompositionsstudium zurückblicken kann. Fällt oft die Annäherung von Pop und Klassik dem Mißverständnis beider Genres zum Opfer, reift das Debüt des Briten zu beispielhafter Symbiose. Schon Opener und Singleauskoppelung „Strange & Beautiful“ eröffnet die Reise in eine Welt großartiger Melodien deren Wahlverwandschaft sich in den Kompositionen eines Brian Wilson oder Dyke Van Parks widerspiegelt und im Grande Finale „Halfway To The Bottom“ nachdrücklich unterstrichen wird. So katapultiert sich Aqualung zurecht in die internationalen Hitparaden und läßt Matt Hales zu einem Künstler avancieren, dessen Werke in Zukunft wohl nicht ignoriert werden können.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.