Ben Harper
Diamonds On The Inside
(Virgin)

Ein ähnliches Schicksal wie Kollege Dave Matthews erleidet auch Amerikas Gitarrist und Songwriter Ben Harper. Im eigenen Land von Kritik und Fans gefeiert, werden die Genre überschreitenden Fähigkeiten des Kaliforniers bei uns immer noch als Geheimtipp gehandelt. Als Ben Harper 1994 mit seinem Debüt Welcome To The Cruel World die Szene betritt, werden jedem die Wurzeln des heute 30-Jährigen offenbar. „Ich bin mit Bob Dylan, Ry Cooder, Bob Marley, Jimi Hendrix und Taj Mahal groß geworden“, erklärt der Musiker die Entstehung seiner Song- und Gitarrenpoesie. Ohne sich dem Genre festzulegen, bezieht Harper alle Spielarten der schwarzen Musik in sein Oeuvre ein und beweist, dass er Blues, Funk, Soul, Gospel und Rock blind beherrscht. Sein Talent, Gefühle in Musik ausdrücken zu können, kommt vor allem in den charismatischen Liveshows zum Tragen. Von seiner Band, den Innocent Criminals assistiert, geht Harper eine leidenschaftliche Affäre mit dem Publikum ein, bei dem die Grenze nur noch in den physischen Tatsachen von Bühne und Auditorium besteht. Hier sei das Album Live From Mars aus dem Jahre 2001 besonders zu empfehlen. So hat der Gitarrenstreichler im Laufe der Jahre seinen eigenen Stil gefunden und Diamonds On The Inside wird zum überzeugenden Werk, das Harper in Höchstform zeigt, wenn auch hin und wieder das Gefüge von Genialität, „Touch From Your Lust“ und Banalität, „Bring The Funk“, durcheinander gerät.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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