Bonnie 'Prince' Billy
Master And Everyone
(Domino/Zomba)

Ob mit dem Namen Palace, Palace Music oder wie nun zum drittenmal unter dem Pseudonym Bonnie 'Prince‘ Billy, kaum jemand vermag mehr Melancholie und Trostlosigkeit in seinen Songs zu vermitteln als Will Oldham. Nach I See Darkness (1999) und Ease Down The Road (2001) ist diesmal jedoch etwas freundlicheres Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Mit seiner schimmernden Ruhe und einer am Rand zarter Brüchigkeit der Stimme angelegten Melancholie, scheint Master And Everyone das bisher hoffnungsvollste Album des schratigen Barden zu sein. Einmal mehr von folkigen Klängen getragen dringen die zehn Songs in die tiefsten Geheimnisse des Lebens ein, um sich dann wie zarter Morgentau zu verflüchtigen und einen Hauch schwermütiger Stille zurückzulassen. Spartanisch wie immer auch das instrumentale Akkompagnement. Neben einem sporadisch ertönendem Cello und flankierenden Keyboards dominieren von seltener E-Gitarre unterstützt Akustik-Saiteninstrumente den wehmütigen Sound. Ebenso handverlesen auch die Liste der musikalischen Gäste: neben Bruder Paul Oldham, der Sängerin Marty Slayton und Lambchop Tony Crow genießen Mark Nevers sowie William Tyler die Ehre den Aufnahmen beiwohnen zu können.
Master And Everyone schließt sich nahtlos an seine Vorgänger an, ergänzt, fächert auf, reißt zur Einheit werdend Grenzen nieder. Die bisher unbekannte Zufriedenheit vermittelt ein Gefühl teilbarer Einsamkeit und läßt das Album zu einem der ausgereiftesten Werke Oldhams werden.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.