Clearlake
Cedars
(Domino/Zomba)

Weit aus dem Fenster gelehnt haben sich die Boys um Sänger Jason Pegg allemal. Zwischen Weltschmerz à la Morrissey und Luke Haines Experimenten finden sich weite Klangmöglichkeiten. Brit-Folk, Post-Punk, von Pulp Pomp bis Experimental Pop Band. Da ist es schon verdammt schwer einen Platz zu behaupten. Clearlake arbeiten daran, mit nicht zu verachtendem Erfolg, wie das zweite Werk Cedars zeigt. Ließ das 2001er Debüt Lido schon aufhorchen, scheint nun die in diesem Gefilde grassierende Gefahr des Desinteresses gebannt. Damals noch unkonventionellem Artrock verpflichtet, begibt sich das Quartett aus Brighton nun auf das wesentlich glattere Parkett des Progrock. Gekonntes Songwriting und Ansätze von Postmoderne verleihen dem in Frankreich aufgenommenen Album einen Hauch extravaganter Eleganz. Atmosphärisch dicht und handwerklich solide, fehlt jedoch der letzte Funke um einen musikalischen Flächenbrand auszulösen. Den hat man sich vielleicht für die nächste Produktion vorbehalten.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.