The New Folk Implosion
Dto.
(Domino)

Einmal mehr beweist sich Lou Barlow als Meister des unorthodoxen Sounds zwischen sensiblen Balladen und hartem Gitarren-Rock. Wie schon zu Sebadoh-Zeiten gelingt eine perfekte Gratwanderung zwischen Tradition und Zeitgeist. Hat sich Barlow mit Songs wie „Pearl“ noch ganz dem sanften Folk verschrieben, schafft er es auf „Coral“ wie kaum ein anderer spröde, fast elektronische Klänge in weiche Form zu transformieren, um dann mit exotischem Geplänkel a la Incredible String Band einen gekonnten Klimax zu setzen. Auch die Trennung von Langzeit- Weggefährte John Davis lichtet nicht die dunklen Schatten mit Herzblut geschriebener Songs voller Melancholie und Traurigkeit. Fast allegorisch klingen da die finalen Worte des Albums: The Fight is over now, immer wieder auf „Easy“ eindringlich deklamiert. Waren Folk Implosion mit ihrem Soundtrack zu Kids und dem von kalifornischer Sonne geformten One Part Lullaby ein 50:50 Produkt von Barlow und Davis, trägt die Erfahrung des Dinosaur Jr. Mitbegründers der frühen 80er Jahre nun Früchte. Sind es doch nicht zuletzt die Einflüsse dieses Bindeglieds von Hüsker Dü und R.E.M., sowie die dauerhaften Affinitäten zu Will Oldhams Palace Bruderschaft, die solch eigenwillige Musik oft unbekannter, aber stets gezügelter Schönheit ermöglichen.
(space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.