Midnight Choir
Waiting For The Bricks To Fall
(Glitterhouse/Hoanzl)

Midnight Choir – die Fünfte. Wie auch immer das neue Opus der Norweger gehört wird, von vorn nach hinten oder umgekehrt, High Fi, Low Fi, Mono oder Super Audio, Paal Flaata, Al DeLoner und Ron Olsen gelingt nach dem grandiosen Unsung Heroine (2000) mit Waiting For The Bricks To Fall eine weitere Steigerung ihres musikalischen Schaffens. Wieder vom Walkabout Chris Eckman hypersensibel produziert, ziehen die zehn Songs den Hörer mit ihrer schlichten Emotionalität magisch in den Bann. Fast fühlbar die dunkle Atmosphäre wenn Flaatas schaurig schöner Gesang in Schwermut und Melancholie entführt. Diesmal ohne Walkabouts-Sängerin Carla Torgerson, dafür mit Talk Talk-Drummer Lee Harris und deren inoffiziellem Mitglied Tim Friese-Green gelingen impressionistische Klanggemälde von hypnotischer Ruhe und meditativer Harmonie. Kompositionen voller Hingabe, frei von schnöder Dramatik oder sich anbiedernder Struktur. Professionalität ohne Kälte, bestimmt und festgefügt, sicher auch wieder ein Verdienst des englischen Toningenieurs Phill Brown, der neben Talk Talk auch dem Sound von Roxy Music, Robert Palmer etc. den letzten Schliff gab. Midnight Choir spielen keine grandiosen Soli, sondern ordnen alles den Songs unter und repräsentieren die Generation von Rockbands, die sich auf die Wurzeln des R&B, Country und Rock’n’Roll besinnt und Elektronik wieder durch echte Gitarren ersetzt.
(space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.