The Sounds
Living In America
(WEA)

Blondie war ein Konzept: New York, Hipness, Debbie als Pin-Up-Objekt von Männerphantasien, Dekadenz und Plastikrevolte. Daß Konzepte meist funktionieren, auch wenn daraus ein Dakapo-Effekt wird, beweist die sich aktuell tummelnde Retro-Sound-Welle. Mit Blick auf die späten 70er und frühen 80er Jahre, kommen Bands wie The Strokes oder The Libertines ins Spiel und leben vom Hype der Zeit. Genau in diese Sparte stoßen The Sounds aus Schweden und gehören mit ihrem Debüt Living In America zu den großen Abräumern ihres Heimatlandes. Und da die Skandinavier nicht erst seit Abba oder The Ark wissen wo die Musi spielt, setzt das Quartett plus Super Frontfrau Maja Ivarsson mit kompaktem sparsam inszenierten Songmaterial auf New Wave/Garagen-Rock, aufgemotzt mit einer ordentlichen Portion Punk-Attitude. Für die ebenso einfache wie erfolgreiche Konzeption in kurze Songs verpackter simpler Ohrwurmmelodien mit wummernden Drums und „Gitarren treffen auf Synthies Sound“ unterlegt, steht vor allem Single und Titletrack „Living In America“. Aber auch Opener „Seven Days A Week“, das Bubble Gum verdächtige „Reggie“ oder der toughe Saxofon-Feger „Hit Me“ sind eindeutige Erfolgsgaranten. Daß die kühle Blonde auch richtig gut singen kann läßt sie nicht nur auf „Rock’n’Roll“ hören, einem Gusto-Song a la Gwen Stefani. Reüssieren werden The Sounds also allemal, und bieten ganz nebenbei auch noch abwechslungsreiche Unterhaltung für die kommende Out-Door-Party-Season und Alles für den Spaß-Guerilla.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.