Millencolin
Kingwood
(Burning Heart Records / Edel)


Allzu viele Freunde haben sich die Herren von Millencolin mit ihrem letzten Album "Home From Home" bekanntlich nicht gemacht. Das Stammklientel nörgelte ob der völlig vernachlässigten High-Speed-Anteile, der Rest strafte die endgültige Trendwende Richtung Rock wahlweise mit Naserümpfen oder gleich mit völliger Ignoranz.

Ein Umstand, der im Lager der vier Schweden durchaus Spuren hinterlassen zu haben scheint, denn auch wenn "Kingwood" keine völlige Rückbesinnung auf Melodycore-Standards wie "Life on a Plate" oder "For Monkeys" darstellt, der gute Willen zur Besserung ist Nikola Sarcevic und Co. nicht abzusprechen.

Das Zauberwort lautet demnach Konsens, was sich vor allem darin manifestiert, dass die zuletzt das Bild bestimmenden, gemächlich rockenden Tracks diesmal Hand in Hand mit Krachern jener Machart gehen, die Millencolin einst zu Europas populärsten Skatepunk-Outfit aufsteigen ließen.

Mit Tracks wie "Farewell My Hell" oder dem bereits vorab im Netz veröffentlichten "Biftek Supernova" zeigen Millencolin, dass sie es immer noch in sich haben, nur um mit Songs wie "Cash or Clash" und "Stalemate" gleichzeitig klar zu stellen, dass 2005 nicht das neue 1996 ist. Ein Spagat, der dem nordischen Vierer diesmal deutlich besser gelungen ist..

Nicolas Ossberger