Khoiba
Nice Traps
(Mole / Ixthuluh)


Ja, es kann durchaus seinen Charme haben, wenn Bands sich mit einer gewissen Nonchalance dem gegenwärtigen State of the Art entziehen um lieber auf längst ausgetreten Pfaden zu wandeln. Aktueller Beleg für diese These: die Prager Band Khoiba, deren internationales Debüt "Nice Traps" demnächst wohl sämtliche Fahrstühle zwischen Paris und Moskau beschallen dürfte.

Khoiba, das sind Filip Misek, Petr Samal, Jan Malich und Sängerin Ema Brabcova, vier Musiker, die, in völliger Ignoranz der Tatsache, dass Bristol längst nicht mehr als Nabel der Welt gilt, eine Platte produziert haben, welcher man vor wenigen Jahren noch ohne mit der Wimper zu zucken den Stempel TripHop verpasst hätte.

Angesichts des Stigmas der Unhipness, welches eben jenes Genre seit den späten Neunzigern umgibt, setzte man im Khoiba-Lager von Beginn an auf "Pop" als Marschroute. Marktpolitisch sicherlich die richtige Entscheidung, musikalisch lässt sich die Leitbildfunktion von Bands wie Portishead, deren Einfluss das ein oder andere Mal ein wenig überdeutlich wird, jedoch nicht leugnen.

Was in der Endabrechnung jedoch höchstens Abzüge in der B-Note mit sich bringt, denn qualitativ hält "Nice Traps" dem internationalen Vergleich locker stand. Die Sounds sind sauber, Ema Brabcovas Stimme, so Björk-beeinflusst sie auch sein mag, umschmeichelt die Ohren und auch songschreiberischer Hinsicht wissen Khoiba was sie tun. Demnächst wohl überall.

Nicolas Ossberger