JAMES
Millionaires
(Mercury / Universal)

Hier schreibt ein Fan. Ein Fan einer britischen Band, der man nie Fahrwassernutzung an Hypes der hysterischen Britpresse vorwerfen konnte. Eben nie so wirklich im Trend gewesen, selbst der Madchester Zug fuhr am Nebengleis vorbei. Außerdem hat man sowieso oft den kopflastigen Weg betrieben und leichte Hitvermarktung ausgelassen. So hat man wieder mit Brian Eno produziert, der schon bei "Laid" seine Genialität in der Vermengung von Kommerzialität und Soundexperimenten wieder einmal bewies. Später entwickelte sich echte Freundschaft, die in einer Sammlung spherischer Soundcollagen komulierte – credibility on the rise. Was bei James noch auffällt ist, daß die Mannen um Mastermind Tim Booth bodenständige Musik mit Heimatanklängen fabriziere können, die im Pub mit Pfeifen, Fiedel und Chor gerne gehört werden. Der Spagat zwischen Alternative und Volk ohne zwangsweise beim Brantweiner zu landen. Ein komplettes Werk einer gereiften Band, die sich intern genügend Freiräume zum Glücklichsein läßt hat mit / nach der legendären "Goldmother" das Beste vollbracht. (shorty) 9

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.