MORTICIAN
Domain Of Death
(Relapse Records)

Mortician treten wieder an, um auf engstem stilistischen Raum ihre abgrundtief bizarre und kranke Version von Grind-Death zu zelebrieren. Kenner wissen, welch zähflüssige Lava auf sie zurollt: Es ist auf den Kern des Brachialen reduzierte, von allen Schnörkeln befreite Extremkost, die sich wenig um diffzile Arrangements oder gar genreübergreifende Ideen schert. ”Domain Of Death” fährt einfach in die mentale Festplatte, um dort mit Will Rahmers rekordverdächtig tiefen Grunts, blutigen Lyrics und an Horrorsoundtracks angelehnten Miniaturen heillose Verwüstung anzurichten. Neues bieten Rahmer und sein Kollege Roger Beaujard hier nicht – aber das hat wohl keiner erwartet. Der Lustgewinn kommt aus dem Umstand, daß die Sache einfach kompromißlos und mit Spaß am gepflegtem Irrsinn durchgezogen wird. Mit grimmiger Konsequenz und unerschütterlicher Linientreue wüten sich die Herren durch das üppige Repertoire, das auch zwei Cover-Versionen der österreichischen Acts Pungent Stench und Disastrous Murmur enthält. High Speed ohne Atempause, ohne Zurückhaltung, dafür strictly old-school. Das Cover, diverse Gruselintros und jene psychopathischen (manchmal höchst bedenklichen) blutigen Splattertexte der Marke ”Wenn ich schon Alpträume habe, dann mache ich Texte daraus” sagen alles über dieses grindcoreverseuchte Death Metal-Massaker der grobkörnigen Art. Der seltsame Sound sowie ihre höchst eigenwillige Instrumentierung erledigen dann den Rest in diesem fröhlichen Inferno. Außerdem: Wer so tief grunzen kann, verdient Beachtung. Diese Rohkost besitzt Charisma.
(christian prenger)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.