Roland Orzabal
Tomcats screaming outside
(Eagle Records/edel)

Wenn die Kater draußen schreien, dann feiern die Mäuse drinnen Kirtag. Oder nicht?
Anfang der Achtziger machten Hits wie "Shout" und "Everybody Wants To Rule The World" jenes Synthiepop-Duo bestehend aus Curt Smith und Roland Orzabal weltbekannt, das sich zehn Jahre später nicht einmal mehr riechen konnte: Tears for Fears hatten sich getrennt. Fortan wandelte man auf Solopfaden, fernab von früheren Erfolgen. Doch jetzt ist wieder einmal alles anders. Roland Orzabal hat mit Tomcats screaming outside ein kraftvolles Soloalbum herausgebracht. Sound der längst verdrängten Achtziger; Songs, die auch mal ordentlich rocken und grungen dürfen – programmatisch konzipiert und manchmal gar nicht anders als früher – aber das macht nichts. Denn der Tonträger transportiert ein neues Selbstverständnis und strotzt vor Selbstvertrauen, das auch das lange Schweigen zwischen Roland Orzabal und Curt Smith beendete. Nun arbeiten die beiden wieder an gemeinsamen Songs. "Wir haben schon einige Lieder zusammen geschrieben", sagt Orzabal, schränkt aber ein, daß man noch nichts über die Chancen des Projekts wisse. "Curt ist ein ganz anderer Charakter als ich", erzählt er. "Wir haben neun Jahre nicht miteinander geredet, und wir wissen nicht, ob da jetzt etwas draus wird." In diesem Jahr ist auf jeden Fall noch nicht mit einer neuen Tears for Fears-Platte zu rechnen, sollte sie aber über vergleichbare Qualität wie Orzabals Tomcats s. o. verfügen, stünde selbst dem Hören dieses Tears for Fears-Albums nichts im Weg. Und das hat - genauso wie die Orzabals Songs - etwas ungemein Beruhigendes.

Tomcats screaming outside ist seit 26. März im Handel.
(mich) 7

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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