Reverend Horton Heat
Lucky 7
(Epic/Sony)

Starker Rockabilly-Tobak qualmt dem begeisterten Hörer da aus Dallas/Texas um die Ohren. Immer etwas schneller und gewitzter als die Konkurrenz geht es auch beim siebenten Album des Jim Heath Lucky 7 um für einen Reverend gar nicht so übliche Themen wie Bier, Gin und Tonic, Whiskey, Kokain, Tequila, Martinis, Marijuana, Zigaretten, Autos, noch mehr Bier, schöne Frauen, Predigten, Katzen und Hunde. Wer glaubt das menschliche Umfeld sei damit erschöpft sieht sich getäuscht und sollte dazu Teufel und Texas nicht vergessen. Kein Wunder daß da aus Rockabilly unversehens Psychobilly wird, und zwar in ganzer Konsequenz. Denn was die Texaner auf dieser Scheibe aus Drums und Saiten zaubern geht voll unter die Haut. Zusammen mit Jumbo Wallace (Upright-und Electric Bass) und Scott Churilla (Drums) braut der Reverend (Guitars, Vocals) ein höllisches Stilgemisch - zusammengemixt aus dem musikalischen Nachlass von Dick Dale über Carl Perkins bis Screamin' Jay Hawkins oder den Cramps. Mal langsam wie bei der Wahnsinnsschnulze "The Tiny Voice of Reason", dann wieder mit vollem Drive, "Like a Rocket", immer extrem druckvoll, dank treibenden Drums, fetzigen Gitarren und knalligem Bass, fegt das Trio, einem texanischen Hurricane gleich, über die Musiklandschaft. Welch steinigen und entbehrungsreichen Weg Heath in gut zehn Jahren zu bewältigen hatte zeigt die Tatsache: das Debüt von 1991 Smoke 'Em If You Got 'Em mußte als Eigenproduktion veröffentlicht werden. Aber so ist es nun einmal, das Leben eines Reverend! Zwischen Autos, Saufen und Mädchen-Hinterherjagen ist immer eine Zeit der Askese angesagt.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.