Melody Club
Music Machine
(Virgin)

Was auf der Paria-Skala des eingeschworenen Rockfans vor noch nicht allzu langer Zeit Höchstwerte erreicht hätte, gilt heute mit verständnisvollem Lächeln als geduldet. Warum auch nicht. Es gibt Platten die einfach nur gute Laune machen – und Music Machine gehört definitiv dazu. Aus coolem Lipstick-Advertising Cover entblättern sich fünf eher der gestylten Gruftie-Fraktion zugehörende Typen mit schwarzhaarigem (colouriert?!) Rod Steward Klon als Frontman. Daß sie dann aber eher wie eine 21. Jahrhundert Version rockender Abba Sternstunden loslegen, liegt wohl an der schwedischen Muttermilch des Quintetts. Melody Club stammen wie The Ark aus der skandinavischen Pop-Hauptstadt Växjö, substituieren aber deren zappaesken Inventionen durch Alphaville-Ausflüge oder Pulp-Infusionen. Rock goes Synthie im Eighties-Revival. Wie Aschenputtel unvermutet zur Prinzessin emporsteigt, verwandeln Melody Club Mainstream Banalitäten der 80er in hitverdächtige Ohrwürmer zum Mitsingen. Songs für Top Of The Pops, die den Gedanken von „Video Kills The Radio Star“ in neuem Licht erscheinen lassen. Spaß muß sein.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.