The KillsKeep On Your Mean Side (Domino/Zomba) Im Gegensatz zu vielen anderen Bands mit einem The vor dem Substantiv müssen The Kills ohne den sonst branchenüblichen Hype ihren Weg ins Business finden. Umso höher ist LP-Debüt Keep On Your Mean Side zu bewerten. Kompromißlos unkommerziell wie anfangs der 60er die Pretty Things und ebenso fuckin dirty geben sich die Bonnie & Clyde des Gitarren-Underground. Alison Mosshart (aka VV) und Jamie Hince (aka Hotel) sind eine kontinentübergreifende Allianz aus US-Rentnerparadies Florida (Mosshart) und Swinging London (Hince). Sie etabliert sich seit dem 14. Lebensjahr zum Rentnerschreck der Everglades mit mehreren Billy Bragg-Coverversionen-Alben als Highlight. Er hält die Londoner Art-Punk Szene mit Scarfo hoch. Als die Mesaliance über den Atlantik beiden zu unbequem wird, packt Alison ihre sieben Sachen samt 2-Dollar-Guitar, überquert den großen Teich, und man startet gemeinsam in London den musikalischen face-to-face-workshop. Ganz in der Tradition Kerouacscher Beat Generation und auf den Spuren des Avantgarde Blues-Punk eines Captain Beefheart läuft das Duo auf Hochtouren und donnert über die Low-Fi Schiene. Deep, down & dirty mit ihrer Stimme zwischen Patti Smith und PJ Harvey röchelt Alison Songs in bester Velvet Underground Manier aus dem antiquierten Vox-Verstärker. Düsterer Backyard Blues vom allerfeinsten, ungeschminkt und rauh wie der Hinterhof in Kreuzberg. Mit Titeln wie u.a. Pull A U, Kissy Kissy, Hitched oder Fuck The People wächst Keep On Your Mean Side zum epochalen Werk und propagiert eine Geisteshaltung, die zum Angriff auf das Plastik-Establishment bläst. (space captain) 0 = zu kurz eingesetzt notenschluessel courtesy of täglich alles. |