Throwing Muses
Throwing Muses
(4AD Beggars Group)

Lange bevor der Begriff >Alternative< als musikalischer Terminus in Gebrauch kommt sind die Throwing Muses mit ihrem trüben, verträumten auf ausladenden Gitarrenbrechern basierenden Sound Pioniere dieses erst in den 90er Jahren geläufigen Genres. Die nonkonformistische Band widerspricht den gängigen Rockklischees mit einer aufregenden Mischung aus Noise Pop und Kammermusik, angereichert durch groteske, zynische Skizzen des Way of Life. Daran hat sich seit dem ersten selbstbetitelten Album aus dem Jahr 1986 bis zum heutigen Throwing Muses nicht viel geändert. Dazwischen liegen u.a. der Klassiker The Real Ramona (1991) und das Vorgängerwerk Limbo (1996). Nun, erstmals wieder mit dabei Gründungsmitglied Tanya Donally, wohlbekannt ob ihrer Ausflüge zu den Breeders und der Gruppe Belly. Von Schwangerschaft erholt und sichtlich inspiriert, präsentiert sich eine energiegeladene Kristin Hersh, die bei diesem an drei Wochenenden im November 2001 eingespielten Album noch Gründungsschlagzeuger David Narcizo und den Bassveteranen Bernard Georges an Bord geholt hat. Weniger der teils infernalischen Dissonanz früherer Werke tendiert der Sound diesmal in Richtung kristallklarer Klänge von zerbrechlicher Schönheit mit Frische und Spielfreude zelebriert. Hauptkomponente eines homogenen Ganzen aber die zum Instrument avancierte Stimme der Hersh als Gerüst ihrer störrischen Songs. So stellt sich Throwing Muses von selbst auf den ihm gebührenden Sockel, als sichtbaren Beweis des Erfolges unbequemer Konzepte ohne jede Anbiederung an kommerzielle Strategien.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.