The Black Crowes
Lions
(V2/Zomba)

Kleider machen Leute. Neues Outfit macht noch bessere Menschen. Auch oder vor allem im Show-Biz. Und Produzenten machen Platten. Also. Neue Produzenten schaffen noch cooleren Sound. Was da so eine Image-Korrektur, sprich musikalische Verjüngungskur erfreuliches bewegen kann, ist den Black Crowes auf Lions gelungen. Dank eines Don Was, der ja auch schon die Rolling Stones mit Bridges To Babylon zeitgeistlich zum neuesten Stand der Dinge führte. So ist auf dem neunten Album (incl. Greatest Hits und Live At The Greek) der amerikanischen Antwort auf die Stones nach einer kurzen Neuorientierungsphase wieder Stabilität eingekehrt. Alle Songs fließen zusammen und geben Lions einen Zusammenhang, den die jüngsten vorherigen Alben teilweise vermissen ließen. Schon mit den ersten Riffs des Openers "Midnight From The Inside Out" spürt man Experimentierfreude, und die neue Lust am Musikmachen zieht sich wie ein roter Faden durch die 13 Songs. Die Kanten der Vergangenheit sind abgeschliffen und machen Harmoniegefühl Platz, was vor allem den rockigen Songs wie "Lickin‘ " oder "Come On" erfrischende Qualität verleiht. Die eher langsamen balladesken Nummern teilen sich in traditionelle "Losin My Mind", neue Wege gehende "Ozone Mama" oder ganz einfach geniale "Soul Singing" und besonders den finalen Drüberstreuer "Lay It All To Me". Lions zeigt in sich weiterentwickelte wiedergefestigte Black Crowes deren unerschöpfliches Potential nur die sensible Hand eines begnadeten Produzenten brauchte um wieder neu belebt zu werden.
(space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.