Joe Ely
From Lubbock To Laredo
The Best Of
(MCA/Universal)

Als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der amerikanischen Countryszene wird mit From Lubbock To Laredo einmal mehr verdienterweise Joe Ely´s facettenreiches Werk in einem Best Of Album gewürdigt. Einer der wenigen der noch die Ausläufer von Burroughs´ Beat Generation repräsentiert und genau wie die Protagonisten aus Kerouac´s Romanen einer Hollywood-Story entsprungen sein könnte. Von Hobo und Dropout, kleinem Betrüger, Zirkusdarsteller zum Schauspieler und Schriftsteller, in U-Bahnschächten schlafend und auf Güterzügen reisend, wird Ely zum Idol der Außenseiter. Am 9. Februar 1948 im texanischen Amarillo geboren, wächst er in Buddy Holly´s Heimatstadt Lubbock auf. Als 16jähriger verläßt er die Schule und zieht als Countrysänger durch Texas. Über Los Angeles, San Francisco, wo er seine Zeit mit Muhammed Ali verbringt und Memphis führt ihn sein Weg nach New York. Hier schließt er sich einer Multimedia-Show an, die Ely das erste Mal Europa besuchen läßt.
Zurück in Texas stellt er mit Jesse Taylor (g), Lloyd Maines (steel-g), Gregg Wright (b) und Steve Keeton (dr) eine eigene Band zusammen, die in regionalen Honky Tonk- und Countryclubs erfolgreich aufspielt. Im berühmten Cotton Club wird Produzent Chip Young auf den begabten Musiker aufmerksam und ermöglicht das Debüt aus dem Jahre 1977 Joe Ely. Cajun/Zydeco-Elemente werden aufgenommen und elektrische Rockeinlagen verbinden den späten Gram Parsons (=> Byrds) Sound mit den Klängen moderner Countrymusik auf dem Album Honky Tonk Masquerade. Von diesen beiden Album begeistert, holen Pete Townshend (=> Who) und The Clash Ely nach London. Im Club The Venue umjubelt, wird er zum Support von The Clash.
Das dritte Album Down On The Drag (1979) wird vom legendären Bob Johnston produziert. Trotz dieser Mischung aus fröhlichem Honky Tonk, inspiriertem Texmex-Sound, lässigem Rockabilly und erdigem Blues geht Ely nie sein Outlaw-Feeling oder die Country-Melancholie verloren. Auf dem Mitschnitt Live At The Liberty Church, Ende 1990, dokumentiert er seine Bühnenqualitäten, während Letter To Laredo (1995) ausschließlich akustisch eingespielt wird. Mit seiner Innovation ist es Ely gelungen die eher konservative Countrymusik auch für jüngere Generationen interessant und spannend zu machen, und bildet so eine Brücke von der 50er Beat Generation über Punk zu heutigen Ideologien.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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