Blink-182
Take Off Your Pants And Jacket
(Universal)

Wieder einmal allen überflüssigen Soundballast, wie Gitarren- oder Schlagzeugsoli über Bord gekippt, kommt der flinke Dreier aus San Diego auch diesmal rasch zur Sache. Musikalisch gefestigter als auf den Vorgängern aber mindestens genauso schnell und hart brettern die dreizehn Songs des neuen Albums in knapp vierzig Minuten durch die Fun-Punk Wellen. Einzelne Songs besonders hervorzuheben ist nicht wirklich zielführend, da die weitgehende Absenz variierender Tonfolgen solche Überlegungen ad absurdum führt und der Gedanke die Chaps könnten sich in ihrer Schnelligkeit bald selbst überholen, alle Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Eigentlich schade, doch sind Blink-182 treffendes Beispiel dafür wie man wirklich gute Musik durch eintönige Wiederholungen und Konzeptstarre ihres Zaubers beraubt. Sicherlich ist da immer der Druck der Plattenfirma, und auch der Ruf des großen Geldes hallt durch die Studios, aber eine Standortbestimmung ist jetzt ohne Frage notwendig um keine größeren Verunsicherungen aufkommen zu lassen und die unbestrittenen Talente der Gruppe motiviert wieder ins Spiel zu bringen. Noch sprechen die Argumente und der lockere Sound samt eben solchen Texten für Longe, Barker und Hoppus, ob aber außer dem harten Kern der Fans noch andere eine zukünftige Stagnation hinnehmen werden bleibt dahingestellt. Für Take Off Your Pants And Jackets als bisher gelungenstes Album der Band, ist daher eine Kaufempfehlung also noch durchaus vertretbar, ansonsten - harren wir der Dinge die da kommen werden.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.