Stereomud
Perfect Self
(Epic/ Sony)

Endlich ist das eingetreten worauf die Fans schon lange gewartet haben. Bewegung im New Metal Rock. Schien die Szene doch durch Übersättigung von zu vielen, oft zu schlechten Gruppen etwas festgefahren, kommen da mit der kongenialen Fusion von Life Of Agony und Stuck Mojo Musiker zusammen, die es in den Fingern und Köpfen haben richtungsweisende Impulse zu setzen.
Schon die dumpf rollenden Bässe des Intro lassen erahnen in welche Richtung der Trip führen wird. Mit "Leave" geht es dann auch gleich voll zur Sache. Ohne große Umschweife wird sofort klar, daß hier musikalische Könner und keine Statisten am Werk sind. Da gibt es keine Vorspiegelung falscher Tatsachen, alles ist ehrlich und von Anfang an die musikalische Affinität zu Ozzy, Pantera, Tool, Sevendust oder den Deftones deutlich unterstrichen, was aber die eigene Identität in keinster Weise beschränkt. Im Gegenteil, Stereomud haben eine Soundlücke entdeckt, die dank ihrer bisherigen Erfahrungen und Routine voll ausgefüllt wird. Trotz aller Bitternis, heavy Gitarrenwällen und rollenden Powergrooves wird die Lust an der Melodie nie verloren, was vor allem bei den etwas tragenderen Metal Balladen eine wohlige Wärme im Bauch erzeugt. Perfect Self, kein Album für nebenbei zur Fahrstuhlberieselung. Es ist ein in sich geschlossenes Werk, das volle Aufmerksamkeit verlangt und sicher durch öfteren Genuß erst all seine Qualitäten offenbart. Sollten Erik Rogers (vocals), Corey Lowery (bass), John Fattoruso (guitar), Joey Z (guitar) und Dan Richardson (drums) ihrem musikalischen Konzept auch in Zukunft treu bleiben, wird diese Form der Frischzellen-Injektion die tönende Hard Core Szene neu beleben.
Daß die Vorzeichen dafür günstig stehen zeigen dem Illuminierten die Zahlenspielereien beim Tracklisting. Da fehlen bei den 13 Songs, abgesehen von der 1 fürs Intro die Nummern 4, 9, 15, kommen zur 16, um dann als Highlight mit No. 23 der akkustisch- orchestralen Titletrack Ballade " Perfect Self" sowohl musikalisch als auch Lyrik betreffend, die nichts dem Zufall überlassende Intelligenz dieses Albums nochmals unter Beweis zu stellen. Gourmetkost für Liebhaber.
(space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.