Gemma Hayes
Night On My Side
Virgin


Viel tiefer kann der Süden dann wohl kaum mehr sein. Südstaaten-Slang und Country-Sound. Wer denkt da schon an irische Idyllen wie Tipperary. Selbst der Whiskey ist rauher, kein Southern Comfort. Aber die Insel hat schon ganz andere Kaliber geboren. In deren Fußstapfen läßt sich bequem wandeln und ein Vergleich mit den bekannten Größen des Genres muß nicht gescheut werden. Selbst wenn wir die Jüngeren - Morissette oder Crow - außen vorlassen, Rickie Lee Jones ist in fühlbare Nähe gerückt. Das hat sich wohl auch Mercury Rev's/Flaming Lips' Dave Friedman gedacht. In weiser Voraussicht hält der nämlich seine feinfühlige Produzentenhand über Gemma's Debüt. Und was für eines! Hier stimmt jeder Ton, wenn auch noch so tough, auf der Tonleiter der jungen Songschreiberin. Liveerfahrungen hat sie allemal gesammelt. In Irland und England mit Rufus Wainwright, David Grey, Sparklehorse und Zero 7. Da knarzt die Gitarre schon mal beim Griffesetzen. Nichts ist euphemistisch, alles ehrlich von innen heraus, zwischen tiefer Inbrunst und wilder Rauhheit, wenn "I Wanna Stay" zu "Lucky One" explodiert. Wo Worte überflüssig sind spricht die Musik für sich. Night On My Side. Sicher wird Gemma Hayes auch die Zukunft auf ihrer Seite haben.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.