Traffic
Welcome To The Canteen
Universal


Zu den Protagonisten des löblichen Unterfangens "Newly Digitally Remastered" ist ohne Zweifel Universal Records mit seinen erlesenen Reissues zu zählen. Zum einen ermöglicht es Fans vergangener Musikphasen wie u.a. der Flower Power Ära ihre Lieblinge endlich befreit von kratzendem Vinyl zu genießen, zum anderen eröffnet es den Kids einen weiten Ausblick auf die Idole ihrer Eltern. Daß es damals absolut zeitlosen Sound gab, ohne den die heutigen Trends kaum denkbar wären, zeigt die Renovierung des 1971er Traffic Albums Welcome To The Canteen.
1967 leistete sich das gerade 19jährige rockmusikalische Wunderkind Steve Winwood, auf dessen Spuren heute so erfolgreich ein Remy Shand wandelt, den Luxus aus der erfolgreichen Spencer Davis Group auszusteigen. Manager und Label-Besitzer Chris Blackwell (Island Records) erkannte das Potential des Multi-Instrumentalisten - immerhin spielte Winwood auf dem 68er Jimi Hendrix Geniestreich Electric Ladyland die B3 Hammond Orgel der 15minütigen Voodoo Chile Session - und stellte für sechs Monate ein Bauernhaus inklusive Tonstudio zur Verfügung. Hier entstand mit Winwood als primus inter pares sowie Jim Capaldi (drums), Dave Mason (guitars) und Saxophonist Chris Wood der unverkennbare Traffic Sound. Single-Hits wie "Paper Sun", "Hole In My Shoe" und "Mr. Fantasy" stellten nur einen kleinen Teil der phantasiereichsten und harmonischsten Platten der 60er Jahre dar. Bluesgefärbte Balladen wechselten mit urwüchsigen Rocksongs und eingängigen, meist von Mason komponierten Popkreationen. Innovativ die instrumentale Dekoration von Sitar, Mellotron, Flöte und Streichern. Schnell fanden die Medien in Traffic die neue Supergroup. Unstimmigkeiten der vier Individualisten führte trotz guter Plattenumsätze jedoch bald zur Krise und vorübergehender Auflösung der Band. Last Exit von 1969 galt dann auch als Abschiedsplatte. Winwood ging zur Supergruppe Blind Faith mit Eric Clapton und Ginger Baker um bald Baker´s Airforce zu folgen. Während Capaldi und Mason Soloprojekte in den USA starteten, bereitete Winwood schon die zweite Traffic Generation vor. Wieder in alter Besetzung sprühte John Barleycorn Must Die vom Sommer 1970 vor neuen Ideen und Spielfreude. Um die Perfektion auch live umzusetzen, wurde die Gruppe kurzerhand um drei erfahrene Musiker erweitert. Rick Grech (bass), Jim Gordon (drums) und Reebop Kwaku Baah (perc.) komplettierten die Band zum rhythmisch-impulsiven Konzert-Mitschnitt Welcome To The Canteen vom Herbst 1971. Songs wie der alte Spencer Davis Klassiker "Gimme Some Lovin´" und die 10 Minuten-Version von "Dear Mr. Fantasy" sorgten für die atmosphärische Dichte eines der herausragendsten Live-Alben. Weitere Traffic Werke bis in die Mitte der 70er und diverse Soloarbeiten der Künstler insbesondere von Winwood zeugen bis heute vom kreativen Einfluß dieses begnadeten Musikerzirkels.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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