Isolation YearsIts Golden (Stickman) Eigentlich bin ich ja kein Freund von Instrumentals. Hat mir doch schon in grauer Vorzeit beim früh 60er-Gitarrenpop der Ventures das gesungene Wort gefehlt. Bei Jakob Nyström denke ich jedoch den ein oder anderen Lyrics lauschend: halt doch endlich mal die Klappe, Junge. Dabei geht es ja gar nicht um die Stimme, denn die ist eh okay. Einfach nur die Texte. Ist die Pop-Welt nicht schon mit Weichspül-Geblubber a la Xavier Naidoo gestraft genug? Muß man gleich in die Predigerspuren eines David Eugene Edwards treten, wenn man schon in dessen musikalischen Fußstapfen wandelt? Und wenn dann gar noch das kleine Nyström Schwesterchen stimmlich mißbraucht wird, wie auf der Drei-Minuten Bekehrung, läuft das Schmalzwasser über. Dabei könnte Its Golden, das Zweitwerk der schwedischen Isolation Years durchaus in der ersten Liga bestehen. Schön arrangierte Lieder mit dichter Struktur in Richtung Singer/Songwriter-, Folk-, Country- und eben Pop-Songs. Sauber produziert Coldplay machen das auch nicht besser. Im Umfeld des schwedischen Hardcore-Mekka Umea 1999 gegründet, läßt das Quintett im Herbst 2001 mit ihrem Debüt Inland Traveller aufhorchen, um anschließend mit Gruppen wie Noise Conspiracy und als Support von Motorpsycho in die Stage-Scene einzutauchen. Wie schon beim Vorgänger erzählt uns Its Golden 11 kleine Geschichten zwischen schwedischer Einöde und skandinavischer Großstadt, die vor allem durch schnörkellose Instrumentierung und diesem Genre unüblichen Bläserarrangements bestechen. Nyström und Kollegen machen eigentlich alles richtig, profitieren von Top-Produzenten wie u.a. Pelle Gunnerfeldt von Fireside, wenn da nur das Wort nicht wäre. Gesegnet die der englischen Sprache Unkundigen. (space captain) 0 = zu kurz eingesetzt notenschluessel courtesy of täglich alles. |