Jan Jelinek
Loop-Finding-Jazz-Records
(~scape records)

Jan Jelinek ist nach Stephan Betke alias POLE und Kit Clayton der nächste Künstler mit einem Full-Length-Album auf ~scape records, einem der interessantesten neuen Labels der internationalen Elektronik-Szene. Ähnlich Pole, widmet sich auch Jan Jelinek dem Platz zwischen den Klängen und den absichtlichen Fehlern - und das auf spannende und unterhaltsame Art und Weise. Auch Arbeitsweise und Instrumentierungen sind nicht unähnlich – wo Betke seine langsam schleifenden Knack- und Knister-Collagen mit dicken Bass-Teppichen im Dubmuster grundiert, beherrschen bei Jelinek zerfaserte Melodie-Fragmente im Loop die Szene. Gemein ist auch der organische und warme Sound der Arbeiten und die teilweise arhythmisch gesetzen Knacks und Klicks. Ebendieses, für elektronische Musik eher unsaubere Knistern und Klicken macht aber einen Gutteil des Reizes aus - die eingebauten Fehler nehmen der Synthetik die Kühle und schicken die landläufige Schaltkreis-Perfektion sonstwohin. Die Titelgebung des Albums bezieht sich auf die angebliche Quelle der verwendeten Samples - einen Haufen alter Jazzplatten. Von Jazz ist hier allerdings herzlich wenig zu bemerken, die ein wenig aus der Mode gekommenen Begriffe Freestyle und Soundcollage passen noch am Allerbesten, um dieses gelungene Debutalbum zu beschreiben. (michael lachsteiner)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.