Spacer
The Beamer
(Pussyfoot Records)

Eine zwei- bis mehrschneidige Angelegenheit - Luke Gordon aka Spacer hatte sich bisher mit verschrobenen cinemaskopischen Soundcluster-Orgien á la "Contrazoom" - seinem Beitrag zur James Bond-Thema-Compilation "Pussy Galore" von Howie B.s’ Pussyfoot Records - in viele Herzen gespielt, doch mit "The Beamer" wird er sicher einige davon wieder brechen. Lauschig flirren im Opener Harfen, Sitar und Shaker während eine sinnliche Frauenstimme Björk-esk "He’s looking after me" skandiert und wenig später diverse Streicher, wildernde Percussions und schließlich mehrere holpernde Schlagzeugbatterien auf den ahnungslosen Song losgelassen werden. Gordon versucht auf "The Beamer" House, Techno, Dub, Jazz und orchestrale Arrangements zu vermischen, doch das Bild von Öl und Wasser will nicht wirklich weichen. Kaum hat man sich an einem subtilen Intro ergötzt, fliegen die Türen auf und allerlei musikalisches Beiwerk stürmt den (Klang-)Raum, jedes Element sitzt in seiner Ecke und lärmt vor sich hin, nichts verzahnt sich oder ergänzt sich. Da hilft auch die Mitwirkung des ansonsten musikalisch recht minimalistischen und stilsicheren Ian Simmonds nichts, jede feine musikalische Regung wird wenig später mit Bombast zugekleistert. Trotzdem bleibt nicht nur Argwohn und Zweifel zurück, der zweite Hördurchgang ist vorprogrammiert und einige Momente von "The Beamer" sind schlicht zauberhaft. Wer bombastisch aufgetürmte elektronische Musik mit Hang zum weirdem Jazzln hat, wird sich an den großen Gesten von Spacer sicher erfreuen können. Die Anhänger der minimalistischen Fraktion sollten jedoch keinen kleinen Bogen um "The Beamer" machen. (michael lachsteiner)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.