Ai Phoenix
Lean That Way Forever
(Glitterhouse/Hoanzl)

Hin und wieder ist die Cover Art eines Albums der Spiegel der musikalischen Inhalte. Ai Phoenix, dem Trio aus Bergen in Norwegen, ist das auf ihrem dritten Werk Lean That Way Forever nachhaltig gelungen. Impressionistische Pastellfarben symbolisieren die sinnlich stimmungshaften Eindrücke der zwölf Songs. Strenge Formen lösen sich auf zugunsten vielfältiger Klangbilder, verschleierte Akkordbildungen und spannungslose Dissonanzen werden zu verschwimmenden Linien und Klangfarben. Träumerische Empfindsamkeit die der große norwegische Landsmann Edvard Grieg, ebenfalls aus Bergen, schon vor mehr als hundert Jahren in der Romantik seiner klassischen Musik Ausdruck verliehen hat. Charakteristiken, die heute in der großartigen Popmusik Norwegens von Midnight Choir über St. Thomas bis eben Ai Phoenix angesiedelt sind. Musikalische Visionäre, die auf diesem nördlichen Breitengrad einen guten Nährboden vorzufinden scheinen. So verzaubern dann auch die Protagonisten Patrick Lundberg (voice, guitar, moog), Mona Mork (voice) und Bosse Litzheim (drums, accordion, benjo, moog) mit ihren harmonischen LoFi-Weisen zwischen Leonard Cohen und Will Oldham gleichermaßen Fangemeinde und Kritiker. Zu einzigartig sind die von Mona naiv hingehauchten Traumlieder "The Song From Moulin Rouge" und "Habscotch" oder das eher frivol intonierte und von düsterer drum/accordion Begleitung vibrierende "Storyteller". Mit Gruppen wie Ai Phoenix etabliert sich eine neue Musikergeneration, die mit ihrer Mischung aus Americana, Folk und New Country Pop diese ur-amerikanische Domäne stürmt und auf die Gründungsväter verweisend zu neuem Leben verjüngt.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.