Korn  
"The Untouchables"
(Sonymusic)

Gerade als die Rezension des neuen Korn-Albums zur Niederschrift anliegt, drängt sich ein Livetermin der Band in den Kalender. Die Schreibarbeit wird somit auf später verschoben, um das Material auch aus erster Hand hören zu können. Und es hat sich für Korn unbekannterweise gelohnt...
Nach den ersten paar Mal Durchhören von "The Untouchables" ist ja nicht viel hängen geblieben und die Enttäuschung über "Issues" steckte noch in den Gliedern, also was liegt näher als das Album als mediokren Innovationsversuch zu den Akten zu legen. Doch Korn auf der Bühne rücken alles wieder zurecht. Dort klingt Korn wie sie zu klingen haben und dort fügen sich auch die neuen Tracks nahtlos in das Programm ein. Gerade weil zwei Tage zuvor Slipknot auf derselben Bühne spielten und sich mit übelstem Gepose und dümmlicher Show selbst disqualifizierten, wird klar, dass ein sauber produziertes Album alleine nicht ausreicht, um ein Bewertung vorzunehmen. "The Untouchables" kann und darf keine Neuauflage vergangener Alben sein. Das vielgepriesene Debüt neu aufzulegen wäre wohl auch nicht im Sinn derer, die ständig an die Anfänge der Band zurückblicken. Korn wissen, dass Weiterentwicklung Not tut und "The Untouchables" ist zweifellos ein erster Schritt in diese Richtung. Zaghafte Anleihen an New Wave Sounds und neue Versuche in den Songstrukturen modifizieren den Sound ohne alte Stärken zu vernachlässigen. Das Experiment ist nicht zu Ende gedacht, aber Korn abzuschreiben und Jonathan Davis Ideenlosigkeit unterjubeln zu wollen, weil er keine Neurosen mehr zu verarbeiten hat, dazu ist es zu früh...



zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.