JOE HENRY
Scar
(Mammoth / Edel)

Gleich mal vorweg: Bravo. Grandios. Superbe. Extraordinaire.
Wer jetzt nicht schon wieder eine Lobeshymne auf ihm Fremdes lesen will: bitte nächste Story.
Freut mich, dass Sie dageblieben sind.
Ja, Joe Henry hat hier wirklich großes fabriziert. Heimelige Wärme, einem nahes Gefühl, Wellen zum Davongleiten. Late night mit Rauchiger Stimme und nicht nur für Letterman.

Nicht zufällig dankt er dem großen Ornette Coleman in den Notes separat. Andererseits fast schon Frevel bei den Sidemen als solche. Marc Ribot, Bob Malach, Richard Pryor, Brad Mehldau, Abe Laboriel oder die schon allein tragende Me`shell Ndegèocello würden eigentlich auf eine kostspielige Majorproduktion schließen lassen. Nix da. Allerfeinste Kammermusik, die man in jedem verruchten Kellerloch wünscht. Einer der besten Songs -"Stop"- soll der neuerdings als Schwägerin firmierenden Madonna als Inspiration zu "Don't Tell Me" gedient. Klug, von der alten Taktikerin, sich so schnell mal musikalische Kompetenz anzuheiraten und dann fürs Video Beratung am Frühstückstisch salärfrei einzufahren. Andere Welt. "Scar" wurde ganz simpel in knackigen drei Tagen in der Sound Factory eingespielt, zwei Tage Verfeinerungsschliff auswärts. So kann es gehen, wenn man´s drauf hat. Oder man kann halt acht Jahre an einer Platte arbeiten.
(shorty) 9

Allein schon der Lyrics wegen Pflicht: http://joehenryaddressesthenation.com/

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.