The Beach Boys
The Lost Concert
Nashville Sounds

Amerika am Anfang der 60er Jahre. Die Aufmerksamkeit für die Beatniks erreicht ihren Höhepunkt, was sich im Auftauchen einer Beatnik – Figur, Maynard G. Krebs, in der Fernsehserie The Many Loves of Dobie Gillis widerspiegelt. Literarisch sorgen die Protagonisten der Beat Generation für einigen Aufruhr im puritanischen Bürgertum. Neben William Burroughs, dessen Naked Lunch mit einer Auflage von 10.000 Stück gerade bei Olympia Press erschienen war, bieten vor allem Allen Ginsberg, Neal Cassady und Jack Kerouac zündenden Gesprächsstoff. Zuvor hatte gerade das musikalische Pendant, der Rock’n’Roll seine Stars Buddy Holly, Richie Valens und Big Boppper durch einen tragischen Flugzeugabsturz verloren.
Auf der anderen Seite des Atlantik gastieren im August 1960 die Beatles in der Hamburger Hafenkneipe Indra erstmals in Deutschland. In London treffen sich zwei alte Jugendfreunde, inzwischen Wirtschafts bzw. Kunststudenten, Mick Jagger und Keith Richards wieder, um ihre gemeinsame Leidenschaft für harten Rythm & Blues und hitzigen Rock’n’Roll zu entdecken.
Zurück in Amerika, lebt im kalifornischen Hawthorne die Familie Wilson. Hier werden die Brüder Brian (1942), Carl (1946) und Dennis (1944) geboren. Unter verschiedenen Bandnamen treten sie jetzt bei Feten und Schulanlässen auf. Mike Love und Al Jardine vervollständigen das Quintett. Inspiriert von der Surfleidenschaft Brians und Dennis‘ entsteht der Song „Surfin“, der im Dezember 1961 auf dem unabhängigen Label Candix Records veröffentlicht wird. Ein Jahr später erfolgt das Debütalbum Surfin Safari, begleitet von Hits wie „Surfer Girl“, „Little Deuce Coupe“, „In My Room“, „Fun,Fun,Fun“ oder „I Get Around“, um nur einige zu nennen.
Aus dem Abschnitt dieser Phase stammt die DVD The Lost Concert, die neben den oben genannten Hits außerdem noch Songs wie „Hawai“, „Long Tall Texan“ und „Surfin‘ USA“ enthält, und so zu einem unvergessenen Zeitdokument wird. Zwischen kreischenden Fans leuchtet schon hier die geniale Musikalität des Brian Wilson auf, gewährt bei „In My Room“ Einblick in die verletzliche Seele eines sensiblen Menschen.

35 Jahre später – Nashville Sounds -. Dazwischen immer wieder die psychischen Probleme Brians, die ständig für Unruhe in der Band sorgen. Der Sound variiert nun von seiner Surf Attitude in Richtung des aktuell angesagten Psychedelic. Der Meilenstein Pet Sounds (1966), Smiley Smile (1967) und das meditative Friends (1968) bilden das musikalische Dreigestirn dieser Jahre. Die Quintessence dieser Entwicklung beleuchtet eindrucksvoll die DVD Nashville Sounds. Ohne Dennis, der 1983 seinem wilden Leben Tribut zollen mußte, aber noch mit Carl, er stirbt 1998, lassen die auf beiden DVDs enthaltenen Songs „Little Deuce Coupe“ (with James House), „Long Tall Texan“ (with Doug Supernaw) und besonders das von einer grandiosen Tammy Wynette gesungene „In My Room“ die Genre überschreitende Qualität der Brian Wilson Kompositionen erkennen. Neben anderen großen Stars der US Country – Scene glänzen Willie Nelson („Warmth Of The Sun“) und Eagles Bassist Timothy B. Schmit („Caroline, No“). Die Freude mit der hier Vollblutmusiker bei Studiosessions und Liveauftritten ans Werk gehen überträgt sich wohltuend auf den Konsumenten und läßt die DVD des Albums Stars And Stripes zum absoluten Muß eines jeden Beach Boy Fans und Garant guter Laune werden.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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