Lamb
What Sound
(Mercury/Universal)

TripHop kann also auch durchaus in konsumentenfreundliche Töne figuriert werden. Erfolgreich in diese Richtung gingen Louise Rhodes und Andy Barlow schon mit ihren ersten beiden Alben Lamb (1997) und Fear For Fours (1999). Mit What Sound haben sich die Musiker aus Manchester nun etws weiter vom Pop entfernt und kreieren im Gegensatz zu den Vorgängern wesentlich breiter gefächerte Klangbilder. Das gelingt vor allem durch Einbau raffinierter Samples und Klangfarben, mit überraschendem Harmoniewechsel und besonders dem Erzeugen anhaltender knisternder Spannung, die geschickt um die zehn Songs installiert ist und so den Hörer konstant in ihren Bann zieht. Ob monoton-hypnotische Beats, sphärenschwangere Technoeffekte, Synthi-Stöpsel-Spiele mit trockenen Bassläufen unterlegt, Lamb schaffen eine fruchtbare Symbiose aus Soulfeeling und Electrodrive. Künstlerisch abgerundet wird What Sound durch die instrumentale Unterstützung illustrer Gäste. Da gibt Me´Shell Ndegéocello, die schon für die Stones auf Bridges To Babylon tiefe Töne anschlagen durfte, durch knackige Basslinien wieder ein Lebenszeichen von sich, der französische Rapper und Frontman der Spearheads Michael Franti ist mit gesanglichem Beistand präsent und lockere Latinostimmung läßt der brasilianische Gitarrist und Songwriter Arto Lindsay aufkommen. Das alles zusammengenommen macht die fesselnde Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Albums aus, zeugt von produktionstechnischem Fingerspitzengefühl und eröffnet ein weites Feld konstruktiver Möglichkeiten für die Zukunft.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.