Smog
Rain On Lens
(Zomba)

Wenn der Himmel düster umwoben, die Bäume ihre grüne Zier verloren, Nebelschwaden aus düsteren Gründen aufsteigen und schemenhafte Gestalten spukhaft durch modrige Grablandschaften wandeln, ist seine Zeit gekommen.
Bill Callahan ist wieder da. All denen, die es schwermütig und dunkel lieben, sich zu Trübsinn und Melancholie hingezogen fühlen und mit Edgar Allen Poe Grenzgänger in psychotische Welten sind, liefert der kritische Amerikaner mit seiner Band Smog nun seit gut zehn Jahren den Stoff aus dem solche Träume sind. Mit gebrochener Stimme führt er seine Balladen zu den Abgründen menschlicher Gefühle, wie es selbst einen Will Oldham und seiner Palace Music zur Ehre gereichen läßt. Von spacigen Violinen (Jessica Billey), monotonem Schlagwerk (Pat Samson) und weinenden Gitarren (Rick Rizzo) unterstützt, gräbt sich die Musik malstromartig ins Hirn. Minimalistische Songstrukturen zwischen Folk und Country auf das Wesentliche reduziert, wachsen dank blumiger Untermalung über das Maß des Alltäglichen hinaus. So steigert sich Rain On Lens Stück um Stück regentropfengleich, mal vertraut dann wieder überraschend, nie Langeweile aufkommen lassend, zu einem spröden Werk von nackter Schönheit und rauher Intensität. Vom charakteristischen Highlight Sewn To The Sky aus dem Jahr 1992 über das späte Knack Knack bis zu Rain On Lens hat Callahan seinen eigenen Stil kreiert und verfeinert, konsequent in mystische Allegorien verkleidet und sich damit einen verdienten Platz im Kreise erlauchter Songwriter Gilde geschaffen.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.