Squarepusher
Go Plastic
(Warp Records/Zomba)

Tom Jenkinson alias Squarepusher pflegt sein Image. Schließlich ist er einer der wenigen Musiker im Elektronik/Drum’n’Bass-Bereich, der nie ganz zu durchschauen sind - meint er das ernst, was er hier tut, ist er von Wahnsinn und Ähnlichem getrieben oder einfach nur ein puberäter Scherzbold? Nach Exkursen in 70er Jahre-Soundtracks, Free Jazz, Fusion - immer in hektischen Breakbeat gepfercht, führt der zersauste Aphex Twin-Intimus Jenkinson den Hörer auf "Go Plastic" anfangs erst mal auf eine ganz falsche Fährte - einschmeichelnde Rhythmen, melancholische Vocoder-Vocals lassen ein überraschend entspanntes Album vermuten, würden die Bestandteile des Stücks nicht nach 2 Minuten erbarmungslos zerlegt werden. Je weiter im Album vorgerückt, desto experimenteller werden die Tracks - Salven gebrochener Beats, Feedback-Geräusche, gefilterte Stimmen und zerhackte Melodien lassen dem Vorhaben des Künstlers nur schwer folgen. Spätestens ab der Hälfte des Werks herrscht reine Collage und beinahe Unhörbarkeit und der Verdacht kommt auf, daß "Go Plastic" wahrscheinlich ein sehr persönliches Album ist, das andere Musiker wohl eher im Giftschrank aufbewahren würden und nur ganz interessierte Menschen auf Wunsch damit erschrecken. Nur wackeren und Industrial- und/oder Japan-Krrch-geeichten Hörern wirklich zu empfehlen.
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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.