The Leaves
Breathe
(Warner Music)

Ebenfalls aus dem hohen Norden wie Schwedens Geisterseher Emanuel Swedenborg, nur etwas weiter westlich aus Island, kommt das Quartett um Kopf und Sänger Arnar Gudjonsson. Was die einen mit dem anderen verbindet ist Vision und Ekstase, Charakteristika des Rokoko Theosophen. Denn wer in so engelsgleichen Höhen jauchzt – „Silence“ – wie es sonst nur einem Brett Anderson vorbehalten ist, dem seien diese Prädikate zurecht verliehen. Melancholische Phantasmagorien wie der gleichnamige Titletrack des Debütalbums Breathe mit seinem von satten Streichern getragenen Sound prägen die Qualität der jungen Musiker. Kostbarkeiten als Inbegriff eines stabilen, filigranen Gefüges: streng konzipierte Kompositionen, eine vorsichtige Verbindung von klassischen und populären Elementen sowie hervorragende Musiker. Elf Songs zwischen düsterer Romatik und melodramatischer Klassik durch unterkühlte Rockelemente vor Überinstrumentierung und Schwülstigkeit gefeit. Die skandinavische Antwort auf Coldplay und The Verve mit kontrapunktiertem Highlight „We“ als Quintessenz.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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