Nada Surf
Let Go
(Virgin)

„Auferstanden aus Ruinen“, könnte als Headliner über die letzten vier Jahre Karrierevakuum der New Yorker stehen. So lange dauerte es nämlich bis der Nachfolger von The Proximity Effect die Regale der Plattenläden nun endlich zieren kann. Ein Dauertief von Vertragsproblemen über Kämpfe um Songrechte bis zu neuer Labelfindung nagte an der Kreativität des Trios. Allerdings wie in allem etwas Gutes zu finden ist, hat man die Zwangspause genutzt um neue Ufer zu erklimmen. Vorbei sind Collegerock und Postpunk um gepflegtem Gitarrenpop Platz zu machen. Mystische Gitarrenpfade treffen auf die klare Stimme von Sänger und Saitenspezialist Matthew Caws um mit der Restinstrumentalisierung der Band – Daniel Lorca am Bass und Ira Elliot an den Drums – zu verschmelzen. Vergleiche mit anderen Gruppen bieten sich wie immer an, sind aber genauso ins Abseits zu stellen wie das Herausstreichen einzelner Songs. Hier steht die Güteklasse des Gesamtwerkes über dem Aufblinken einzelner sensibel geschliffener Edelsongs. Unbeschwerte Balladen deren Unaufdringlichkeit den Reiz dieses gelungenen und absolut stimmigen Herbstgeschenkes ausmachen. Im Gegensatz zu seinen Kooperationen mit Weezer zeigt sich Produzent Ric Ocasek bei Nada Surf von seiner melodiösesten Seite und macht deutlich warum die Cars ihrem einstigen Frontman Hits wie „Drive“, „Magic“ oder „Tonight She Comes“ verdanken.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.