Kingdom Come - Independent
(Ulftone / Edel)

Alte Klasse mit neuen Spielelementen kommt eben auch gut, zumindest hier.
Lenny Wolf entdeckt moderne Sounds für sich. Anstatt weiterhin zu versuchen, möglichst nahe an den Stil von Led Zeppelin heranzukommen, betritt er auf Independent Neuland.
Kingdom Come mit Nu-Rock-Riffing und elektronischen Spielereien? Eigentlich unvorstellbar oder zumindest ein klarer Fall f¸r die hilflose Abteilung der Geriatrie im Alkoholikerpavillon. Aber Lenny, der Independent getreu dem Albumtitel komplett alleine geschrieben und eingespielt hat, ist es tatsächlich gelungen, sich zwischen alle Stühle zu setzen und trotzdem nicht unsanft auf dem Hintern zu landen.
Die Loops und Space-Sounds wirken anfangs reichlich merkwürdig, doch schnell kristallisieren sich darunter knackige, clever strukturierte Songs heraus, die größtenteils locker gegen das alte Kingdom Come-Material anstinken können. Die Verquickung von Tradition und Moderne ergibt ein vielseitiges, interessantes Album, das seinen ganz eigenen Charme besitzt. Nur Lennys immer leicht nölige, sehr Robert-Plant-lastige Stimme ist extreme Geschmacksache. Aber das war ja schon immer so. 8/10
(Shorty)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.