Tom Petty & The Heartbreakers
The Last DJ
(Warner)

Wer schafft es schon sein Ur-Trio über mehr als ein Vierteljahrhundert Rockgeschichte zu führen. Zwar stieß das von Leon Russell Partner Denny Cordell 1976 produzierte Debüt Tom Petty & The Heartbreakers in den USA auf wenig Interesse aber auf dem Umweg über Europa stellte sich bald Erfolg ein der regelmäßige Platinalben zur Folge hatte. Nach wechselnden Ups and Downs, der genialen Kooperation als Traveling Wilburys mit George Harrison, Bob Dylan, Jeff Lynne und Roy Orbison Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, hat Tom Petty nun wieder zu seinen Roots gefunden. Gekonnt zwischen Jackson Browne und den Byrds balancierend, von den Gründungs-Heartbreakern Mike Campbell an der Gitarre und als Produzent sowie Benmont Tench (keyboards) forciert, ist mit The Last DJ der Wiederaufstieg in die Rock Champions League gelungen. Zwar sorgte der Titletrack „The Last DJ“ als Attacke gegen das Kommerzradio aufgefaßt in den USA für böses Blut, spricht aber dadurch nur für einen Menschen der mit offenen Augen durch die Welt geht. Songs wie das Vaudeville angehauchte „The Man Who Loves Women“ sorgen für Abwechslung, „Have Love Will Travel“ wird zur Huldigung an Übervater Dylan, „Like A Diamond“ ein Requiem für John Lennon, Rock und Blues finden mit „Joe“ und „When A Kid Goes Bad“ ihre Highlights um schließlich mit „Can’t Stop The Sun“ einen gitarresken 70er Jahre Schlußpunkt zu setzen. Einmal mehr muß also für Tom Petty der klassische Weinvergleich herhalten – je älter desto besser.(space cap)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.