Sonic Youth
"Murray Street"
(Universal Music)

Sonic Youth produzieren schnell, lange und kontinuierlich, "Murray Street" ist das vierzehnte Album und gleichzeitig das nächste Kapitel in einem Fortsetzungsroman, der so manche überraschende Wendung nahm, aber im großem und ganzen um den gleichen Plot gesponnen ist. Ein stabiles Bandgefüge mit einem definierten Sound, der innerhalb breiter Schwankungsgrenzen dennoch unverwechselbar sofort erkennbar ist, kalkulierte Ausreißer ausgenommen.
Sonic Youth ist die Lingua Franca in Intellektuellenkreisen. Sich als Sonic Youth-Hörer zu bekennen ist denkbar einfach. Kein wirkliches Anecken möglich und doch nicht ganz Mainstream, nur nicht zu innovativ. Thurston Moores arrogante Intonation der Songs passte und passt noch immer wunderbar.
"Murray Street" spiegelt das Älterwerden einer Band wieder. Jugendliche Wutausbrüche ("Youth Against Fascism", damals eigentlich schon mittelalterlich) liegen weit in der Vergangenheit, statt dessen wird eine noisig ausgeschmückte Ballade an die nächste gereiht. Kim Gorden bedient die rotzigere Fanschaft und sorgt mit dem von ihr gesungenen "Plastic Sun" für den erwartbaren Bruch im vorletzten Track. Eine schöne Platte, eine gute Platte. Wie zu erwarten. (alm) 7/10

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.